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EU-Projekt STADIEM gestartet: Mit Gründerhilfe erfolgreicher durch die digitale Transformation

Mediennutzung

Für viele europäische Medienmacher sind Corona-Pandemie und Lockdown nur eine weitere Bestätigung für den notwendigen digitalen Umbau von Verlagen, Radios und Fernsehsendern. Manche nehmen die ungewohnte Situation zum Anlass, die Transformation zu beschleunigen und neue Projekte zu starten. Nicht selten sind es Startups, die dabei mit ihren Tools und Services als Partner ins Spiel kommen. Statt jedes neue digitale Angebot und jedes redaktionelle Werkzeug mit der eigenen Entwicklertruppe selber zu bauen, setzen immer mehr Unternehmen lieber auf die schnelle und flexible Gründerhilfe von außen.

Vor diesem Hintergrund will das von der Europäischen Kommission mit mehr als fünf Millionen Euro geförderte Projekt STADIEM (Startup Driven Innovation in European Media) in den nächsten drei Jahren eine große Bühne für Mediengründer schaffen und sie mit der europäischen Inhaltebranche in möglichst vielen konkreten Kooperationen verknüpfen.

Stadiem digitale Transformation
EU-Projekt STADIEM gestartet: Mit Gründerhilfe erfolgreicher durch die digitale Transformation

Der von der dpa 2015 initiierte next media accelerator hat das Vorhaben mit mehreren europäischen Partnern konzipiert. Darunter sind drei der international führenden Programme für Medien-Startups wie der Sandbox-Inkubator des öffentlich-rechtlichen belgischen Rundfunksenders VRT (Brüssel), die Media City Bergen (Norwegen) sowie der estnische Accelerator Storytek (Tallinn).

Das vom nma entwickelte Verfahren Easy Testing wird bei STADIEM eine zentrale Rolle spielen. Das Konzept beschreibt verbindliche Schritte und Erfolgskriterien, mit denen Projekte zwischen Gründern und Medienunternehmen trotz unterschiedlicher Kulturen (und oft auch Erwartungen) gelingen (hier geht’s zum ausführlichen Whitepaper).

Soeben hat das Konsortium in einem ersten sogenannten Open Call europäische Startups aufgerufen, sich für einen Platz im STADIEM-Programm und die damit verbundene finanzielle Förderung zu bewerben. Die 40 ausgewählten Gründerteams durchlaufen danach einen mehrstufigen Prozess, bei dem die besten am Ende von einem Medienunternehmen voll in dessen Angebot oder in dessen redaktionellen Prozessen integriert werden. Im kommenden Jahr ist dann ein zweiter Durchlauf geplant.

Gerade unter den besonderen Herausforderungen der Pandemie konnten Medienhäuser dank der Zusammenarbeit mit nma-Startups flexibel reagieren und neue erfolgreiche Angebote konzipieren. 23degrees aus Wien entwickelte etwa die reichweitenstarke Corona-Karte der ARD Tagesschau . Mit der Technik des britischen Teams Seenic verfolgen immer mehr Europäer Spitzenfußball im Web oder im Bezahl-TV mit ihren Freuden – aber Corona-gerecht getrennt wie in einer Videokonferenz.

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Meinolf Ellers
Chief Digital Officer
twitter: @meinolfellers
LinkedIn: Meinolf Ellers

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