dpa-Audio Hub: Wie dpa mit ihren Kunden ein neues Audio-Produkt entwickelt
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dpa-Audio Hub: Wie wir mit unseren Kunden ein neues Audio-Produkt entwickeln

Auch im Homeoffice steht die Produktentwicklung bei dpa nicht still. In verschiedenen digitalen Formaten haben wir uns in den letzten Monaten unter anderem mit den Problemen unserer Kunden bei der Audio-Produktion beschäftigt. Ein Einblick in die dpa-Produkt-Werkstatt und wie wir kundenzentriertes Arbeiten leben.

Am Thema Audio kommt 2020 auch in Deutschland niemand vorbei. Überall entstehen derzeit neue Podcast-Formate, Voice-Skills und Audio-Briefings. Für die meisten unserer Kunden stellt sich aber auch im sechsten Jahr nach dem großen Podcast-Erdbeben „Serial“ noch immer die Frage: Wie verdienen wir mit unseren Audio-Aktivitäten eigentlich Geld?

Denn eins ist im immer härter umkämpften Audio-Markt längst klar: Erfolgreiche Audio-Produkte sind aufwendig, teuer in der Produktion und binden viele Ressourcen. Nicht umsonst haben die großen Vorbilder bei nationalen und internationalen Publishern eigene Audio-Teams, die in Vollzeit an der Formatentwicklung und der täglichen Produktion arbeiten.

Vor allem die Recherche nach gutem und verifiziertem Audio-Material ist für viele Unternehmen eine Sisyphusarbeit. Egal, ob es um ein Zitat von Jens Spahn aus einer alten Pressekonferenz im März, die Experteneinschätzung zum aktuellen Tagesgeschehen oder die Atmo von den Protesten in Belarus geht: Qualität und Auffindbarkeit der Audio-Dateien schwanken von Fall zu Fall extrem.

Digitales Kundenlab in Corona-Zeiten

Von dieser Problemstellung ausgehend, haben wir uns vor einigen Monaten mit einigen unserer Medien-, Business- und Governance-Kunden in einem digitalen User-Lab unterhalten und nach möglichen Lösungen gesucht. Welche Inhalte benötigen sie, welchen Hürden begegnen sie dabei und wie könnte eine Lösung aussehen, die ihnen einen Großteil dieser mühsamen Arbeit abnehmen könnte?

Am Ende dieses digitalen Labs standen vor allem vier große Erkenntnisse:

  1. Unsere Kunden wissen, dass sie ihre Audio-Produktionen durch den Einsatz externer Töne enorm aufwerten können.
  2. Unsere Kunden setzen aktuell ihre Audio-Formate nach dem Prinzip eines Baukastens aus unterschiedlichsten Quellen zusammen.
  3. Unsere Kunden wünschen sich eine Plattform, auf der sie die für sie relevanten Töne schnell, einfach und in guter Audio-Qualität finden.
  4. Unseren Kunden wünschen sich einen einfachen Zugang zu verifizierten Inhalten, bei denen die Rechtelage bereits vor dem Download geklärt ist.

Aufbauend auf diesen spannenden Ergebnissen unseres User-Labs haben wir erste Lösungsansätze dieser möglichen Audio-Plattform konzipiert. Diese ersten sogenannten Wireframes kann man sich wirklich als einfache Papierzeichnungen vorstellen, die wir in einem sehr freien, kreativen Prozess zwischen Produktmanagern und User-Experience-Designern erarbeiten.

dpa-Audio Hub erste Ideen
dpa-Audio Hub: Erste Ideen werden wortwörtlich skizziert. Hier: Erste Ideen einer erweiterten Suche

Anschließend haben wir die Ideen und Konzepte für den dpa-Audio Hub noch einmal mit einigen unserer Kunden gespiegelt – ohne jeglichen Entwicklungsaufwand. Denn statt jeden User-Flow schon vor dem ersten Kundenfeedback bis ins kleinste Detail durchzuplanen und die Plattform schon in Code zu gießen, haben wir zunächst interaktive Design-Prototypen in dem Design-Tool Figma umgesetzt.

Erste klickbare Prototypen helfen, um Kundenfeedback früh einzuholen

Mit diesen nicht-funktionalen Low-Level-Prototypen wollten wir herausfinden, wie genau sich unsere Kunden durch die Plattform bewegen. Können sie das Produkt ganz intuitiv nutzen? Finden sie alle Funktionen, die sie für ihre tägliche Arbeit brauchen? An welchen Stellen gibt es Verständnisprobleme?

Dieses erste Feedback für den neuen dpa-Audio Hub haben wir dann in unserem Team aus Produktmanagement, User-Experience-Experten und Entwicklern genutzt, um den Prototyp zu verfeinern. Inzwischen ist aus den Figma-Dateien schon Code geworden. Und bald werden wir eine erste funktionale Version der Plattform erneut mit unseren Kunden testen. So können wir zu jedem Zeitpunkt sicherstellen, nichts „für die Tonne zu entwickeln“ und am Ende wirklichen Kundennutzen zu schaffen.

Designtool dpa-Audio Hub
dpa-Audio Hub: Mit dem Design-Tool Figma entwickeln wir erste Designs und kleine Prototypen, die wir mit unseren Kunden testen können.

Bei diesem Prozess ist es ganz normal, immer wieder mit kleinen Rückschlägen leben zu müssen. Nicht alles, was man sich überlegt hat, wird vom Nutzer verstanden oder gebraucht. Mitunter müssen ganze Konzepte noch einmal neu gedacht werden.

Genau das ist aber zentraler Teil der Produktentwicklung bei dpa: Das Kundenfeedback, das wir nach jedem relevanten Schritt einholen, hilft uns dabei Stück für Stück zu iterieren und das Produkt immer weiter zu verbessern.

Neue Lieferwege für unseren Audio-Schatz

Dabei fließt auch die langjährige Erfahrung ein, die die dpa mit dem Thema Audio bereits gesammelt hat. Schon seit vielen Jahren zeichnen unsere Reporter Interviews per Mikrofon auf, sind auf Pressekonferenzen vor Ort und berichten von überall auf der Welt, wo etwas Wichtiges passiert.

Bislang liefern wir diese Audio-Inhalte vor allem an die Kunden der dpa-Tochter „rufa“ aus, zu denen hauptsächlich private Rundfunksender gehören. Diese können die Inhalte direkt für ihre Radiosendungen weiterverwenden. Mit dem dpa-Audio Hub sollen in Zukunft noch deutlich mehr Kunden einen einfachen Zugriff auf den Schatz an von der dpa verifizierten Audio-Dateien mit geklärter Rechtelage bekommen und so noch schneller und besser Audio-Inhalte für ihre eigenen Nutzer produzieren können.

Notizblock:
Theresa Rentsch bei twitter
Audioangebot bei dpa

 

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