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“Live Coverage Ecosystem” und “News as a Service” – zwei Google DNI Projekte im dpa-newslab

TL;DR: Das dpa-newslab war mit zwei Projektanträgen in der ersten Runde des Google DNI Funds erfolgreich. Während “Live Coverage Ecosystem” dazu dient, die dpa-live-Berichterstattung weiterzuentwickeln und auch anderen Live-Blog-Systemen zur Verfügung zu stellen, legt “News as a Service” die Grundlage für eine zeitgemäße Bereitstellung der Inhalte von dpa-infocom, von dpa und gegebenenfalls von anderen Nachrichtenagenturen.

Der Google DNI Fund

Im Vergleich zu Forschungsprojekten wie “newsstream 3.0” werden im Google DNI Fund Projekte gefördert, die wesentlich praxisnäher sind. Dies wird auch an den beiden oben genannten Projekten des dpa-newslabs deutlich. Beide Projekte ermöglichten es uns, konkrete Ideen in Richtung Produktreife weiterzuentwickeln.

Live Coverage Ecosystem

dpa-live ist ein Produkt der dpa-infocom, das Live-Blogs zu aktuellen Nachrichtenlagen und mehr anbietet. Ursprünglich mit dem proprietären System ScribbleLive produziert, konnten die Kunden diese nur entweder als 1-zu-1 embed in ihre Website einbetten oder über die eingebaute Syndication in ihre eigenen Scribble-Live-Systeme übernehmen. Viele dpa-Kunden nutzen aber Live-Blog-Systeme anderer Hersteller.

In zwölfmonatigen DNI Projekt “Live Coverage Ecosystem” konnten wir zusammen mit dem Live-Blog Anbieter Sourcefabric die Produktion der dpa auf deren Open Source System “Live Blog” umstellen und gleichzeitig eine Systemkomponente entwickeln und opensourcen, die die Syndizierung über Systemgrenzen hinweg ermöglicht. Mit dieser “Live Bridge” können nun auch die LiveBlogging Systeme ScribbleLive und Tickaroo bedient werden. Über eine offene Plugin-Architektur können weitere Systeme leicht integriert werden. Als Beispiel haben wir ein Plugin für Slack ebenfalls opensourced.

Tipp: Geplante, aktuelle und vergangene Liveblogs finden sich im übrigen seit kurzen auch im Shop der dpa-infocom.

News as a Service

Die Inhalte der dpa und der dpa-infocom, werden traditionell via Satellit oder FTP an unsere Kunden ausgeliefert. Insbesondere Digitalkunden wünschen sich eine flexiblere beziehungsweise modernere Bereitstellung der Inhalte der dpa-weblines. Gleichzeitig wollen sie den Text- und den Bildfunk effizienter auswerten und nur die Inhalte in ihre Systeme übernehmen, die sie auch wirklich verwenden.

Aktuell können sich je nach Art des Inhalts (Text, Bild, Multimediameldung, Nachrichtenrubrik, Nachrichtenpaket oder Planung) die Formate unterscheiden. Hier wünschen sich die Kunden produktübergreifend einheitliche Formate, zumindest bei der Bereitstellung über APIs oder in einem anderen Format wie beispielsweise als RSS/ATOM oder JSON-Feeds. Nicht wenige wünschen sich eine Bereitstellung gleich im Format ihres CMS, beziehungsweise eine direkte Integration der Belieferung in ihr CMS.

Das Google DNI Projekt “News as a Service” erlaubte es uns, die bereits im dpa-newslab vorliegenden Konzepte und Lösungen zu den obigen Kundenwünschen zu überdenken, weiter zu entwickeln und die Grundlage für entsprechende Produkte zu legen.

Konkret konnten wir einerseits die vom dpa-newslab zur Realisierung der dpa-executive App (und anderer internen Clients) entwickelte Backend-Architektur nochmal grundlegend neu evaluieren und als Serverless-Architektur in der Cloud so neu aufsetzen, dass sie bei minimalem Betriebsaufwand sehr gut skaliert.

Weiterhin konnten wir die dpa-Schalttafel (siehe Screenshot unten) als Agentureingangssystem in der Cloud zusammen mit Pilotkunden (einem der reichweitenstärksten Digital-Only Newsportal und einem Landtag) weiterentwickeln und im produktiven Betrieb testen. Die beiden Pilotkunden wurden dabei bewusst so ausgewählt, da sie aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Anforderungen praktisch die beiden Enden einer möglichen Schalttafelnutzung bildeten.

 

Schalttafel Agentureingangssystem
dpa-Schalttafel als Agentureingangssystem in der Cloud (Screenshot).

Während beim Newsportal die Mitarbeiter des zentralen Newsdesks praktisch permanent mit der Schalttafel steuern, welche dpa-Inhalte sie in ihr CMS übernehmen (und dabei im Vergleich zur vorherigen Lösung viel Zeit sparen), nutzen die Mitglieder des Landtags und ihre Mitarbeiter die Schalttafel, um sich die sie interessierenden Inhalte per E-Mail weiterzuleiten.

Und jetzt?

“Live Coverage Ecosystem”

Das Projekt ist seit über einem Jahr beendet, die im Projekt realisierten Features wurden weiterentwickelt und sind mittlerweile alle im produktiven Einsatz. Die Weiterentwicklung erfolgt jetzt im Rahmen der normalen Produktentwicklung von dpa-live.

“News as a Service”

Seit Ende des Projektes Mitte diesen Jahres geht es in die konkrete Produktentwicklung und Planung für das nächste Jahr. Nach Kundengesprächen werden aktuell die ersten beiden alternativen Auslieferungswege für die dpa-Weblines (Arbeitstitel: jsonfeeds und S3Push) realisiert und das neue Backend produktiv gestellt. Andere Bereitstellungsverfahren wie zum Beispiel eine GraphQL-basierte API werden wir erstmal nur intern nutzen und weiter testen.

Auch hier haben wir die Entscheidung auf Basis von Gesprächen mit einer Reihe von Digitalkunden getroffen. Diese finden moderne Technologien wie GraphQL im Prinzip interessant. Aber alle plagt das gleiche Problem: der Backlog ihrer Backend-Entwickler ist so groß, dass sie für den Übergang einen Ansatz brauchen, der auf Kundenseite möglichst wenig Aufwand bedeutet. Mit S3Push bieten wir einen Ersatz für bisherige FTP Kunden der Weblines, während die JSONFeeds die Basis für die Integration mit Kunden sind, deren Systeme eher darauf ausgelegt sind, Inhalte via HTTP Pull von einer API abzuholen.

Da jede Schnittstelle nur so gut ist wie die Dokumentation resp. die Möglichkeiten, sie möglichst einfach zu testen, entsteht gerade unter dem Arbeitstitel “API-Kundenportal” eine webbasierte Plattform, die zum Ziel hat, die Entwickler der Kunden optimal bei der Integration in ihre Systeme zu unterstützen.  Sowohl die Auslieferungsmethoden als auch das “API-Kundenportal” werden wir in diesem Quartal in der produktiven Version einer Reihe von Betatestern zur Verfügung stellen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei service@dpa-info.com.

Die weitere Roadmap sieht vor, dass die Schalttafel auf das neue Backend umgestellt wird und dann auch die dpa-Weblines produktiv in der Schalttafel verfügbar sind. Das Backlog ist darüberhinaus gut gefüllt. Wie unser Vorgehen in den DNI Projekten zeigt, würden wir die Priorisierung am liebsten auf Basis von Kundenfeedback vornehmen.

Das betrifft insbesondere den folgenden Punkt: Von allen Nutzern der Schalttafel hören wir, dass sie sehr daran interessiert sind, auch Inhalte anderer Nachrichtenagenturen in der Schalttafel zu sehen. Hier befinden wir uns in konkreten Gesprächen mit einer Reihe von Kunden, die ihre bisherigen Agentureingangssysteme durch die dpa-Schalttafel ablösen wollen.

Wir würden uns freuen, Feedback dazu zu bekommen, welche weiteren Quellen (neben den dpa Inhalten) Teil der Schalttafel sein sollten oder müssten, damit sie auch für den Einsatz in Ihrem Haus interessant ist. Treten Sie gerne mit uns via service@dpa-info.com in Kontakt. Ich freue mich natürlich auch über persönliche E-Mails 🙂

Notizblock:

Kontakt
service@dpa-info.com

Dr. Gerd Kamp
XING: Gerd Kamp 
Twitter: @gkamp

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