Künstliche Intelligenz

Fußball-Bundesliga trifft auf Künstliche Intelligenz

„Wer ist auf dem Foto zu sehen?“, „Steht er einzeln, in einer Zweiergruppe oder in einer größeren Ansammlung von Personen?“, „Ist er glücklich oder enttäuscht?“ Diese Fragen werden bei der Bildberichterstattung der dpa über die Fußball-Bundesliga seit Beginn dieser Saison mit Hilfe künstlicher Intelligenz beantwortet.

Zusammen mit dem Berliner IT-Unternehmen PAMA-Technologies haben wir einen Workflow entwickelt, in dem in kürzester Zeit alle Fotos, die von den dpa-Fotografen aus den Stadien der Republik an die Bildzentrale in Berlin gehen, automatisch mit Metadaten versehen werden. Und zwar mit Hilfe Künstlicher Intelligenz.

Eine Software definiert für jedes Foto Felder wie „Face recognition“, „facial expression“ und „person composition“. Alles wird in die entsprechenden Metadatenfelder geschrieben und anschließend an alle Kunden ausgeliefert. Wie geht das genau?

Für jeden einzelnen Spieler der Fußball-Bundesliga wurde aus Hunderten von Fotos ein spezielles Modell trainiert und die „Maschine“ damit in die Lage versetzt, die Gesichter der einzelnen Spieler zu erkennen. Eine veränderte Frisur oder ein gekürzter Bart haben keine Auswirkung auf die Ergebnisse. Allein entscheidend sind die Merkmale der jeweiligen Gesichtsgeometrie. Alle Bundesliga-Spieler sind dafür mit ihrem dazugehörigen Verein in einer Datenbank gespeichert.

Vor dem Import der Bilder in unser Redaktionssystem wird anhand der medienübergreifenden Stichwörter unseres Planungssystems erkannt, ob es sich um Fotos der Fußball-Bundesliga handelt. Erst dann laufen die Bilder durch die KI-gestützte Gesichtserkennung. Diese und weitere von der KI identifizierten Metadaten werden dann anschließend in das zum Foto gehörende XML geschrieben und in das Redaktionssystem importiert. Anschließend wird alles von unseren Fotoredakteuren überprüft und erst dann an die Kunden in aller Welt gesendet.

Unsere Partner von PAMA Technologies haben diese Software entwickelt. Die Berliner KI-Experten sind Profis, wenn es um die intelligente und automatisierte Informationsextraktion geht. Das gilt für Bilder, Videos und Texte gleichermaßen.

Weitere bildbeschreibende Metadaten werden in Zukunft folgen. Ziel ist es, möglichst alle dpa-Fotos mit standardisierten zusätzlichen Metadaten zu versehen. So können unsere Kunden noch schneller die Bilder finden, die sie benötigen. Außerdem werden so weitere automatisierte Workflows, wie zum Beispiel die Einbindung auf Webseiten, Galerien oder Liveticker in kürzester Zeit ermöglicht. Die schnelle Verfügbarkeit von Fotos, versehen mit standardisierten Metadaten, gehört zu den Hauptkriterien der dpa-Bildberichterstattung.

Momentan ist die KI eine wertvolle Unterstützung für den redaktionellen Workflow. Planung und Steuerung der Produktion, sowie die Konzentration auf das eigentliche Bildmotiv werden dadurch noch stärker in den Vordergrund rücken. Außerdem ermöglicht die KI-gestützte Anreicherung von Metadaten neue Möglichkeiten für Live-Feeds – beispielsweise im Businessbereich von Vereinen, Sponsoren oder Sportartikelherstellern.

Wohin kann die Reise in Zukunft gehen? Die Einsatzbereiche zur Erkennung von Bildinhalten sind nahezu unbegrenzt. KI kann Redakteurinnen und Redakteure dabei unterstützen, Personen, Farben, Formen, Gegenstände, Emotionen zu erkennen. Es geht hier um Zeitgewinn, um Erleichterungen bei Routinetätigkeiten und vor allem auch um einen erweiterten Service für die dpa-Kunden. Am Ende braucht es immer den Menschen, der erkennt, ob die gelieferten Informationen wirklich stimmig sind.

Notizblock:
LinkedIn: Peer Grimm
Twitter: @peergrimm

 

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