Marktplätze & Geschäftsmodelle

Inkubator, Accelerator, dpa ID – die neue Überholspur für Medien-Startups

Die Corona-bedingten Einbrüche im Werbe- und Anzeigenmarkt haben die ohnehin schon nicht rosige Lage vieler Medienhäuser weltweit verschlechtert. Trotzdem gibt es viele an der Spitze von Redaktionen und Organisationen, die jetzt erst Recht die Zeit für Innovationen sehen, um gestärkt aus der schwierigen Situation hervorzugehen.

Oft waren es in den letzten Wochen die gemeinsam mit Startups entwickelten neuen Informationsangebote, die Verlagen, Sendern oder Portalen starke Zugriffszahlen und neue Nutzer bescherten. Obwohl die aktuelle Ausnahmesituation auch viele Gründer mit der Verschiebung von bereits zugesagten Projekten und Finanzierungsrunden in existenzielle Probleme gebracht hat, stehen sie in den Startlöchern, um mit ihren Medienpartnern den nächsten Innovationsschub anzugehen.

Dabei kommt ihnen zu Gute, dass die Bedingungen zur Gründung von Medien-Startups und zur Zusammenarbeit mit erfahrenen Medienunternehmen nie besser waren als heute. Mittlerweile ist auch in Deutschland ein Ökosystem entstanden, dass das Innovations-Zusammenspiel von Gründern und Medienmachern immer leichter macht. In einer virtuellen Masterclass unter dem Motto „Von der Idee zum Erfolgsprodukt – Medien-Startups auf der Überholspur“ präsentieren die Online Marketing Rockstars, der next media accelereator und die dpa zum ersten Mal am Beispiel von konkreten Erfolgsgeschichten die neuen Möglichkeiten.

Foto: Christin Schwarzer
So sah es vor Corona bei der OMR aus: Beim nma Media Match traf sich die Startup-Szene direkt und persönlich in den Hamburger Messehallen. Foto: Christin Schwarzer

Quer durch Europa zieht sich inzwischen ein Netz von Inkubatoren, in denen Gründer alles vorfinden, was nötig ist, um eine gute Idee bis zum Pilotprojekt zu bringen. In Hamburg etwa hat die Standortinitiative nextMedia 2019 das Programm Media-Lift gestartet. Junge Teams, die sich für einen Platz bewerben, werden von erfahrenen Mentoren betreut, erhalten Büroraum und finanzielle Unterstützung. Ähnliche Chancen bieten das Media-Lab Bayern in München oder der Mediatech Hub in Potsdam.

Haben Startups im Inkubator ihr Potential unter Beweis gestellt, können sie fast nahtlos in einem Accelerator den nächsten Schritt zu Marktreife gehen. Der 2015 von der dpa initiierte next media accelerator hat mittlerweile über 70 Gründerteams aus fast 20 Ländern in ihrer Entwicklung zum eigenständigen Unternehmen beschleunigt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das vom nma entwickelte Konzept „Easy Testing“, das Kooperationen und Pilotprojekte zwischen Startups und Medien in einem für beide Seiten verlässlichen Prozess vermittelt.

Nach dem sechsmonatigen Programm im nma können die besten Startups nicht nur auf erfolgreiche „Easy Testing“-Projekte verweisen, sondern haben bereits erste zahlende Kunden und die Aussicht auf eine Folgefinanzierungsrunde, die weiteres Wachstum erst möglich macht. In dieser Phase ist jede Unterstützung willkommen, die die Tore zum Markt noch weiter öffnet. Die dpa hat deshalb in diesem Frühjahr ihr dpa ID Partnerprogramm gestartet. Junge Firmen mit einem ausgereiften Produkt haben die Chance, sich über die dpa ID Plattform direkt Hunderten von dpa-Kunden in den Medien und der Informations- und Kommunikationsbranche vorzustellen.

Das Audio-Startup BotTalk wirbt bei Verlagen mit dem Slogan „Turn readers into listeners“ für eine Text-to-Speech-Anwendungen. In der OMR-Masterclass wird Gründer und CEO Andrey Esaulov seinen erfolgreichen Karriereweg im neuen Ökosystem schildern – vom Media-Lift-Inkubator über den nma bis hin zur dpa ID Partnerschaft.

Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung für die Masterclass (17.06., 15 Uhr)

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Meinolf Ellers
Chief Digital Officer
twitter: @meinolfellers
LinkedIn: Meinolf Ellers

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